Wir lieben die Männer!
Als Frauenversteher aus Italien bin ich ein Mensch, der Frauen wahrlich versteht. Es ist kein Verstehen auf pseudo-intellektueller Basis, sondern es ist ein tiefgründiges Verstehen, ein Verstehen, welches auf einer aufgeschlossenen und toleranten Basis beruht.
In meinem Heimatdorf in Italien gibt es viele Machos. Manche davon arbeiten tagtäglich im selben Trott, sitzen abends tagtäglich zuerst vor dem Abendessen, dann vor dem Fernseher und nachts besteigen sie dann – weniger tagtäglich, sondern eher wöchentlich oder gar monatlich - ihre Frauen.
Ich nenne so etwas ein langweiliges und vulgär-ordinäres Leben…
Italien hat aber auch seine schönen Seiten.
Man beachte die vielen prunkvollen Städte, die unkonventionelle Lebensweise der Menschen, das Flair, welches man immer und überall spüren kann, das „dolce far niente“, welches man hierzulande kühl und sachlich „das süße Nichtstun“ nennt…
Doch manchmal bleibt sogar mir die Spucke weg. Nämlich dann, wenn ich gleich zwei Frauen treffe, die beide etwas gemeinsam haben: sie sind Männerversteher…
Giovanni: Barbara, Kerstin, ich dachte es gibt nur Giovanni, den Frauensteher
Barbara: Das irrst du dich eben – denn es gibt auch Männerversteher
Giovanni: Okay, kommen wir gleich zur Sache. Was macht euch zu Männerversteher
Barbara: An und für sich halten wir beide nicht sehr viel von Klischees. Für mich beispielsweise ist der Mann nicht das starke Geschlecht, welches das Geld nach Hause bringt und am Abend bedient werden möchte, sondern ich versuche jeden Mensch als autonomes Wesen zu sehen…
Kerstin: …als ein einzigartiges Geschöpf
Giovanni: Aber es ist doch sowieso jeder Mensch einzigartig?
Kerstin: Der Mensch mutiert sehr oft zum Gesellschaftstier. Dann passt er sich Formen und Regeln an und vergisst dabei auf sich selbst
Giovanni: Der einzelne Mensch ist also zu wenig egoistisch
Kerstin: Das hat mit „Egoismus“ nichts zu tun. Für mich sind Männer nicht nur Idioten, die das Geld nach Hause bringen und minderbemittelt sind. Ich versuche Klischees aufzubrechen und Kampf und Krampf aus der Sache zu nehmen. Ich sehe den Mann als Lustobjekt für uns Frauen
Barbara: Ich habe irgendwann aufgehört, in Schubladen zu denken oder zu leben. Ich erwarte von einem Mann nicht, dass er mich auf Händen trägt und ich erwarte auch von einer Frau nicht, dass sie sich für den Mann zum Putzlappen macht. Für mich sollten die Menschen einfach voneinander unabhängig sein, sich nicht in materielle Schablonen pressen lassen und einfach wieder mehr zum Ursprung zurückkehren
Giovanni: Wenn der Mensch unabhängig sein möchte – wäre dann nicht auch die Gefahr da, dass es keine Beziehungen oder gar Familien mehr geben würde
Kerstin: Die Leute, die damit umgehen können, sich irgendwann so angepasst zu haben, dass ihre eigenen Wertvorstellungen auf der Strecke bleiben, sollen so leben, wie sie wollen – aber für uns beide wäre das kein besonders attraktives Leben
Giovanni: Ich muss erstmals zugeben, dass ich etwas verwirrt bin, obwohl ich eigentlich – durch unser Vorgespräch – grundsätzlich weiß, worauf ihr hinauswollt. Die Leser kennen dieses Vorgespräch jedoch nicht, weshalb es umso wichtiger wäre, auf einen Punkt zu kommen. Meine direkte Frage lautet nun: wodurch unterscheidet sich euer Leben vom Leben der anderen Frauen oder Männer
Barbara: Es unterscheidet sich darin, dass wir beide um die 30 sind und beide in geordneten Verhältnissen leben. Wir haben jeder von uns eine eigene Wohnung, einen durchaus angenehmen und gut bezahlten Job, wir leisten uns aber den Luxus, unabhängig und ungebunden zu sein. Während andere Frauen nach der Arbeit in den Supermarkt hetzen, um für den Mann und die Kinder einzukaufen und dann noch stundenlang in der Küche zu stehen, leben wir unser Leben so, wie wir es leben wollen
Giovanni: Wie
Barbara: Wir gehen aus, trinken Cocktails, lernen andere Menschen kennen, haben Spaß…
Kerstin: …und viel Sex
Giovanni: Bis hierher finde ich euer Leben aber nicht außergewöhnlich – es erinnert mich lediglich an Menschen, wie sie oftmals in jungen Jahren leben, so lange sie noch keine Herausforderungen oder Verantwortungen haben
Barbara: Du sagst es – wir haben keine Verantwortungen. Unsere Herausforderungen bestehen jedoch darin, jeden Tag zu einem Partytag zu machen, Männer auf die Matte zu kriegen, Spaß zu haben
Giovanni: Ihr habt also eure spätpubertäre Phase um viele Jahre verlängert
Kerstin: Wer sagt denn, dass man spätpubertär sein muss, wenn man das Leben genießen will? Das ist doch Schwachsinn. Für uns kommt es einfach nicht in Frage, ein Schablonenleben zu leben, wo die typischen Klischees bedient werden und wo man – unter dem Strich – nichts vom Leben hat.
Giovanni: Einen Job zu haben, dann einkaufen zu gehen, nach Hause zu gehen, für die Familie zu kochen – das ist also ein Schablonenleben. Aber ist es nicht auch ein Schablonenleben, dauernd nach dem Job Cocktails trinken zu gehen, Männer auf die Matte zu legen und Spaß zu haben
Barbara: Das mag schon sein, aber es ist ganz sicher ein Leben mit mehr Qualität
Giovanni: Eine Mutter von einem süßen Baby, welche zufrieden in einer Partnerschaft lebt, hat demnach weniger Qualität im Leben
Kerstin: Es muss sowieso jeder für sich entscheiden, wie er leben will. Für uns ist es jedoch unvorstellbar, ein bürgerliches Leben zu leben
Giovanni: Ihr meintet beide, dass ihr gerne Männer auf die Matte legt. Ihr habt also viel Sex
Barbara: Wir haben sehr viel Sex
Giovanni: Was bedeutet „viel“ in Zahlen
Barbara: Es kann schon vorkommen, dass es jeden Tag ein anderer Mann ist
Giovanni: Wurdet ihr schon als Schlampen bezeichnet
Kerstin: Was die Leute über uns denken, ist uns beiden eigentlich total egal. Ins Gesicht sagt uns das sowieso niemand und was die Leute hinter unserem Rücken reden – total egal.
Giovanni: Wenn ihr fast jeden Tag einen anderen Mann im Bett habt, kann man dann sagen, dass es so zweihundert bis dreihundert Männer pro Jahr sind
Barbara: Das kann schon sein
Giovanni: Auf zehn Jahre gerechnet sind das dann so zweitausend bis dreitausend Männer
Kerstin: Ja, kann sein
Giovanni: Boah, das ist unglaublich. Könnte man sagen, dass ihr nymphoman veranlagt seid
Barbara: Jetzt kommt der Stempel „nymphoman“ auf die Stirn
Giovanni: Nein, gar nicht, aber es ist doch etwas ungewöhnlich, dass es Frauen gibt, die so viele Männer im Bett hatten.
Kerstin: Hier sind wir wieder bei einem Klischee. Wenn ein Mann viele Frauen hat, dann ist er überall ein toller Hecht, ein Stecher, wenn eine Frau aber viele Männer hat, ist sie eine Hure oder zumindest eine Schlampe. Ich verstehe diese Sichtweisen nicht. Warum muss alles, was nicht der Norm entspricht, krank oder verrückt sein
Giovanni: Ah, nein, ich bin Giovanni, ein Frauenversteher, ich verstehe alles. Ich kann verstehen, warum ihr Frauen auf Männer wie mich steht. Aber es ist ungewöhnlich für jede Frau – und sogar für viele Männer – wenn es Frauen gibt, die von sich selbst sagen, dass sie tausende Männer hatten.
Kerstin: Das liegt daran, dass sich für viele ein Familienbild als Ideal im Kopf festgesetzt hat. Für manche ist ja sogar ein Schwuler oder eine Lesbe, selbst dann, wenn diese Person wenig Sex hat, ein Feindbild. Wir sind weder schwul, noch lesbisch – aber ebenso ein Feindbild für die Gesellschaft.
Giovanni: Habt ihr auch Gruppensex
Barbara: Eigentlich nicht. Meistens ist es aber so, dass wir gemeinsam fortgehen und gemeinsam Männer aufgabeln. Oft gehen wir dann zu Kerstin, weil sie – von den Räumlichkeiten her – einfach bessere Voraussetzungen hat. Ich wohne in einer kleinen Zweizimmerwohnung
Giovanni: Wie läuft so ein Aufriss ab
Kerstin: Wie bei allen anderen Menschen auch. Man geht in ein Lokal, trinkt einen Cocktail, wird angequatscht, unterhält sich dann über mehr oder weniger belanglose Themen und geht dann gemeinsam heim
Giovanni: Um dort Sex zu haben
Kerstin: Ja
Giovanni: Ihr seht natürlich beide sehr hübsch aus – aber ist es wirklich so einfach, fast jeden Tag einen anderen Mann abzuschleppen
Barbara: Es stellt überhaupt kein Problem dar. Die Männer sind ja nicht anders als wir. Glaubst du wirklich, dass uns jemand anquatscht, um uns nur einen Cocktail zu spendieren? Die Männer haben doch Hintergedanken. Und wir haben natürlich auch welche.
Giovanni: Ich muss das jetzt fragen – könnte man sagen, dass ihr schwanzfixiert seid
Barbara: Durchaus. Wobei mir auch ein guter Körper wichtig ist. Oder dass ein Mann sehr gepflegt ist.
Kerstin: So sehe ich das auch. Es gibt einige Dinge, die mir beim Mann nicht gefallen würden
Giovanni: Welche Dinge zum Beispiel
Kerstin: Ich mag es nicht, wenn ein Mann Wildwuchs hat, also um den Schwanz herum nicht getrimmt oder rasiert ist. Aber die meisten jungen Männer legen viel Wert auf so etwas und sind durchaus okay
Giovanni: Wenn es mit einem Mann besonders nett war, habt ihr dann Lust, diesen Mann ein zweites oder drittes Mal zu treffen
Barbara: Das ist eher selten. Es gibt so drei oder vier Typen, die es wirklich bringen, die echt stark sind, die treffe ich schon hin und wieder. Aber meistens bleibt es beim einmaligen Erlebnis
Kerstin: Ich hab auch einige Typen, die ich manchmal treffe. Ich bin da nicht so. Aber es macht mir einfach mehr Spaß, wenn es dauernd ein anderer Mann ist
Giovanni: Studien behaupten, dass der Sex immer erst schön wird, wenn man den Partner kennt und weiß, wie man mit ihm umgehen soll.
Barbara: Studien sagen so viel. Ebenso sagen Statistiken viel. Unser Sex ist an sich sehr gut. Klar gibt es hin und wieder Nieten, aber eigentlich sind wir schon ziemlich zufrieden
Giovanni: Wer, wie oder was wäre eine Niete
Barbara: Ich kann es nicht ausstehen, wenn ein großer Mann einen kleinen Schwanz hat. Mir ist die Schwanzlänge nicht so wichtig, aber wenn ein Typ mit 190cm dann 13cm in der Hose hat, ist das nicht besonders aufregend. Ich mag aber auch Männer nicht, die eben unten ungetrimmt oder unrasiert sind
Kerstin: Mir ist die Schwanzlänge, ab ca. 15cm, auch egal. Ich mag es aber nicht, wenn ein Mann verschwitzt riecht – deshalb schicken wir die Männer vorher immer duschen. Manchmal duschen wir gemeinsam
Giovanni: Welche Sexpraktiken habt ihr besonders gerne
Barbara: Ich bin an sich nicht devot veranlagt, aber ich liebe es, wenn ein Mann beim Blasen steht. Wenn er sich im Stehen mit dem Rücken wo anlehnt und sein Becken vordrückt. Dann kann man wunderbar knien und blasen
Kerstin (lacht): Das mag ich auch gerne. Ich kann gar nicht sagen, was ich besonders gern mag – weil ich eigentlich Sex generell sehr aufregend finde
Giovanni: Schützt ihr euch beim Sex
Barbara: Ja, natürlich.
Kerstin: Ja!
Giovanni: Könnt ihr euch vorstellen, später mal eine Familie zu haben
Barbara: Eigentlich nicht, denn ich genieße mein Leben viel zu sehr, um etwas ändern zu wollen
Kerstin: Ich hatte große Männer, kleinere Männer, dünne Männer, sportliche Männer, Männer mit kleinem Schwanz und Männer mit Riesenschwanz – aber es war noch kein einziger Mann dabei, in den ich mich verlieben wollte..